Pizzateig wird ausgerollt

Grundrezept für italienischen Pizzateig

Unsere heißgeliebte Pizza stammt aus Neapel und galt im 18. und 19. Jahrhundert als Street Food für arme Leute. Einfaches, flaches Brot, belegt mit verschiedenen Toppings, wie zum Beispiel Tomaten. Heute betrachten wir Pizza fast schon als Grundnahrungsmittel und sie steht sowohl beim armen Studenten als auch beim Multimilionär regelmäßig auf dem Speiseplan, würde ich mal behaupten. Und das zu Recht! Was gibt's schließlich Besseres, als in eine heiße, knusprige, fluffige, frische Pizza zu beißen?! Wer einmal authentische italienische Pizza probiert hat, will von TKP (Tiefkühlpizza) nix mehr wissen.

Das Gute: Richtig leckerer Pizzateig braucht nur eine Handvoll Zutaten. Mehl, Salz, Hefe, Wasser und etwas Olivenöl sind schon alles, was du brauchst Die wichtigste Zutat ist aber vor allem: Zeit! Eine entspannte langsame Gehzeit. 6 Stunden bei Zimmertemperatur sind da schon ein solider Start. Richtig authentisch wird's, wenn du deinem Pizzateig 24 oder sogar 48 Stunden gönnst. Die Fermentation bringt nicht nur noch mehr Geschmack in deinen Pizzateig, sondern macht ihn auch bekömmlicher. Die Hefe hat so genug Zeit, auch komplexere Zuckerverbindungen (sogenannte FODMAPs) aufzulösen, die deinem Magen sonst eventuell Probleme machen. Übrigens auch der Grund, weswegen Zucker in Pizzateigen nix zu suchen hat.

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MEIN TIPP:

Der perfekte Teig ist die eine Sache. Mindestens genauso wichtig ist aber auch dein heimisches Pizza-Set-Up. Was ich dir schonmal aus meiner persönlichen Erfahrung raus verraten kann: Man kann sowohl im Backofen, als auch im Pizzaofen oder sogar auf dem Gasgrill derbe gute Pizzen backen - ich hab nämlich alle Optionen GRÜNDLICH durchgetestet!

  • Im Pizzaofen:

Am authentischsten wird es natürlich im Pizzaofen mit epischem Feuer und krasser Hitze. Allerdings musst du bei knapp 500 °C auch echt fix sein. Lass den Ofen so richtig stabil vorheizen, achte darauf, dass die Flammen die Decke entlang züngeln (Stichwort Oberhitze!) und bleib beim Belag lieber sparsam. Warum? Je dicker die Pizza, desto länger braucht sie in der Mitte, um gar zu werden und desto schneller verbrennt dir der Rand. Apropos Rand: Während des Backens solltest du die heiße Scheibe mindestens einmal im Ofen drehen, damit sie gleichmäßig gart.

  • Im Gasgrill:

Ist dein Gasgrill groß genug (mit EARL oder Big FRED klappt es perfekt!), kannst du darin auch mit einem Pizzastein saugute Pizzen backen. Den Cordierit-Stein heizt du vor dem Backen natürlich ordentlich ein. Um möglichst nah an den Umlufteffekt und die Oberhitze eines richtigen Pizzaofens zu kommen, gibts einen simplen Trick: Sorg mit einem Ziegelstein, einer umgedrehten Auflaufform oder etwas ähnlichem dafür, dass dein Pizzastein erhöht im Grill steht. So zirkuliert die heiße Luft unter dem Deckel direkt an deiner Pizza entlang und verpasst ihr ein grandios gutes, krosses Finish!

  • Im Backofen:

Auch wenn den Backofen daheim vermutlich nicht an den 500 °C kratzen kann - gute Pizzen mit krossem Boden und fluffigem Rand kriegste mit 'nem Pizzastein trotzdem gebacken!

Einfach den Pizzastein möglichst weit oben im Backofen platzieren und mindestens 30-40 Minuten bei maximaler Hitze (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Zum Schluss die Grillfunktion aktivieren (sie gibt dem Stein einen letzten Hitzeboost, bevor der Teig darauf platziert wird) und die Pizza vorbereiten. Backofen wieder auf Ober-/Unterhitze stellen und die Pizza 6-8 Minuten backen. Nutze zum Schluss ggf. noch einmal die Grillfunktion, um der Pizza ein krosses Finish zu geben. Aber Vorsicht: Bleib am besten am Ofen stehen und pass auf, dass du deine Traumpizza zum Schluss nicht doch noch verbrennst!

Zutaten

Für 4 Personen
  • 500 g Mehl Tipo 00 (Alternativ Type 405)
  • 2 g frische Hefe
  • 12 g Salz
  • 320 ml kaltes Wasser
  • 4 EL Olivenöl
  • Mehl zum Bestäuben

Equipment

  • Küchenmaschine (optional)
Nährwerte
Pro Portion
  • kcal
    525
  • khdr.
    64g
  • Fett
    8g
  • Eiweiß
    9g

Zubereitung

  • 1

    Salz in kaltem Wasser in einer großen Schüssel durch Rühren komplett auflösen.

  • 2

    2 Handvoll Mehl in die Schüssel geben und mit den Händen vollständig einrühren.

  • 3

    Hefe über dem Wasser zerbröseln und vollständig einrühren.

  • 4

    Nach und nach das restliche Mehl in die Schüssel geben, mit den Händen ca. 3 Minuten grob vermengen und 10 Minuten stehen lassen.

  • 5

    Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsplatte geben und ca. 20 Minuten zu einem glatten Teig kneten (in der Küchenmaschine ca. 10 Minuten). Der Teig sollte elastisch sein und nicht reißen. Die Kerntemperatur im Teig sollte jetzt 23–26 °C betragen.

  • 6

    Boden und Wände der Schüssel mit 1 EL Olivenöl einreiben. Teig zu einer Kugel formen, in die Schüssel legen und mit 1 EL Olivenöl einreiben, um ihn vorm Austrocknen zu schützen.

  • 7

    2–3 Stunden abgedeckt bei Zimmertemperatur gehen lassen.

  • 8

    Teig in 4 gleichgroße Teile schneiden und zu Kugeln formen. Boden des Blechs mit dem restlichen Öl bestreichen und Teigkugeln mit Abstand daraufsetzen. Blech mit Klarsichtfolie umwickeln und Teigkugeln nochmals 6 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen. Alternativ 24 bis 48 Stunden im Kühlschrank gehen lassen und 3 Stunden vor Verarbeitung herausnehmen.

  • 9

    Teigkugeln auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche durch Drücken und Ziehen mit den Händen von der Mitte nach außen zu einer runden Pizza formen. Ca. 3 cm Rand lassen.

  • 10

    Pizzateig anschließend nach Belieben belegen und backen.